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V-Projekt

Nach monatelangem Verhandeln wird am 19.12.12012 die Einstellung des Y-Projekts bekannt gegeben. Anstelle des Y setzt man aufs V-Projekt wobei der rechte Ast des V die Realisierung des ursprünglichen Ersatzes der Gondelbahn Grindelwald'Grund-Männlichen umfasst. Der linke Ast Eiger-Express reicht bis zur Station Eigergletscher. Im Grund entsteht ein Terminal für beide Gondelbahnen mit direktem Anschluss an eine noch zu erstellende BOB-Station Rothenegg. Die WAB bleibt erhalten und garantiert die Ueberfahrtsrechte des Eiger-Express.

Die Jungfraubahnen wollen mit dem Eigerexpress das Ziel von jährlich 1 Million Besuchern aufs Jungfraujoch erreichen und den Komfort für die Reisenden verbessern. Von den neuen Kapazitäten profitiert auch der Wintersport, der dann die Talpisten ganztags benutzen kann und zwar ohne Risiko am Vormittag eines schönen Wintertags wieder endlos lange anstehen zu müssen. Vom Grund bis Eigergletscher in nur 15 Min ist natürlich ganz cool. Das werden die anderen BEO-Destinationen spüren, aber auch First und Mürren/Schilthorn. Das Thema um den Ersatz der alten Fallboden-Sesselbahn wurde nicht weiter kommuniziert. Das Ersatzprojekt Wixi-Eigergletscher besteht aber weiterhin. [Garagierung wurde schon gebaut]. Möglicherweise wird die Fallboden Sesselbahn nur mit leichter Aenderung ersetzt indem die Bergstation ca. 100 m oberhalb der heutigen zu stehen käme. Für 3 Bergstationen plus JB hat es auf Eigergletscher definitiv kein Platz.

Vom 500-Betten-Hotel mit Parkhaus in Grindelwald-Grund, was noch Teil des Y-Projekts war, blieb nur das ca. 1100 Plätze umfassende Parkhaus. Man hat erkannt, dass sich die Parkplatzsituation aufgrund der grösseren Attraktivität verschärfen wird. Dank einem neuen Parkhaus, einem vergrösserten Parkplatz im Grund, neuer Strassenführung mit neuer Brücke über die Lütschine, später neuer WAB-Ueberführung und zwei neuer Winterparkplätze in der Nähe der Landi sollten sich Zustände wie am 29.12.2012 (siehe Bild) nicht mehr wiederholen. Sonst werden sich die Bewohner im Grund zu wehren wissen. Auch die Bahnübergänge Burglauenen und Zweilütschinen sollten rechtzeitig miteinbezogen werden. In Wilderswil geht ja schon was, sofern die neue Umfahrung bis 2019 gebaut wird.


Trotz Pistenausbau wird es im Winter bei der Station Eigergletscher recht eng, Die JB plant eine blaue Piste zu bauen. Weiter wird die rote Piste im oberen Teil verbreitert. Die JB versucht auf der Kl. Scheidegg ein Konzept mit Retro-Charakter zu realisieren um einen erwarteten Besucherrückgang mit Nostalgie etwas aufzufangen.

Immerhin wurde vereinbart, dass der Betrieb der WAB inkl. Halbstundentakt und jener für den Eigerexpress während der nächsten 25 Jahre garantiert wird. (Ausnahmen: wirtschaftlicher Niedergang oder Krieg)

Spinnt man den Faden etwas weiter könnte der Eiger-Express um eine weitere 3S-Bahn mit einem Masten erweitert werden und man wäre wenige Fahrminuten später auf dem Joch. Grund-Jungfraujoch in 25 Minuten? Im Windschatten des Mönchs wäre das für eine 3-Seil-Bahn kein Problem. Die Zermatter planen derzeit eine 3-S von TrockenenSteg aufs Kleinmatterhorn.

Es spricht eigentlich alles für die Umsetzung des V-Projekts. Durch das V-Projekt wird das Gebiet Grindelwald-Grund stark aufgewertet.

Grundsätzlich wird man als Wintersportler froh sein, dass es der JB dank dem Jungfraujoch sehr gut geht und sie weiterhin als grosser Privat-Investor aktiv bleibt. Immerhin ist der Wintersport gesamthaft gesehen zmindest in der Schweiz kein Wachstumsmarkt mehr. In diesem Geschäft zählt man entweder zu den allerbesten (Zermatt) oder man lässt es bleiben. Wer in Zukunft noch Wintersport betreibt kann es sich's leisten. Aber dieser Gast verlangt das Maximum an Dienstleistung und Komfort. Konzepte die diesem Anspruch nicht genügen bleiben zunehmend auf der Strecke. Handlungsbedarf besteht auch in den Gebieten Mürren, First und Wengen.

Durch die V-Bahn wird sich Grindelwald-Grund in den nächsten 3 Jahren zum eigentlichen Knotenpunkt des touristischen Verkehrs in Grindelwald entwickeln. Ob jemals eine neue Firstbahn im Grund startet, glaube ich immer weniger. Wahrscheinlich baut man eine beschneite Piste in den Grund und transportiert die Wintersportler laufend mit Bussen zurück zur Talstation First.