Grindelwald for excellence > 9 Thesen zum Tourismus  > These 1

These 1

Verkehr

Der Gesamteindruck, welcher eine Destination beim Besucher hinterlässt, hängt auch stark davon ab, wie sie verkehrsmässig erschlossen ist und wie allfällige Immissionen wie Fluglärm oder Verkehrslärm von Touristen erlebt werden. Der Eindruck ist entscheidend, ob der Gast wiederkehrt und was er in seinem Umfeld über seinen Besuch erzählt.

Beurteilung These 1
Das Verkehrsangebot der Jungfrau-Region lässt kaum Wünsche offen. Grindelwald ist sowohl mit der Bahn, dem Auto und selbst mit dem Velo ganzjährig sehr gut erreichbar. Die Anfahrten von Thun oder Luzern sind sehr komfortabel und landschaftlich einmalig schön. Selbst unter Berücksichtung des NEAT-Tunnels bleibt die Jungfrauregion bezüglich Fahrzeit, Kosten und Aussicht gegenüber dem Wallis stark im Vorteil. Nur an stark frequentierten Wochenenden kommt es meistens zwischen 16:00 und 18:00 Uhr zu Stausituationen. Die Verkehrsbelastung im Dorf erreicht dann in Spitzenzeiten fast unzumutbare Werte. Dennoch: Ständige Verkehrsprobleme können dem Gast den Tag nachhaltig verderben und weitreichende Wettbewerbsnachteile mit sich ziehen. Verglichen mit anderen Destinationen sind es trotzdem eher Nebensächlichkeiten. 

Massnahme T1-1:
Entschärfung der gefährlichen Kurve in Wilderswil. Im Winter habe ich mehrfach heikle Situationen beobachtet, wo selbst Cars ins Schleudern kamen. Wohnmobile, die von der sich verengenden Kurve überrascht werden, reagieren mit viel Glück, indem sie abrupt abbremsen, das Steuer herumreissen oder auf die Gegenfahrbahn ausweichen. Die Kurve könnte mit geringem Aufwand durch einen regelmässigen Kurvenradius sicherer gestaltet werden. 

2008: Projekt Umfahrung Wilderswil mit Tunnel - auch eine Lösung!

Massnahme T1-2:
Bei Zweilütschinen ist ein Kreisel zu bauen, damit der Verkehr aus den 3 Richtungen (Lauterbrunnen, Grindelwald, Wilderswil) regelmässiger und gefahrloser fliessen kann.

Massnahme T1-3:
Damit die Männlichenbahn mit dem öffentlichen Verkehr komfortabler erreicht werden kann, ist vor dem Anstieg Rothenegg eine Haltestelle zu bauen. Dies entlastet in Spitzenzeiten den Bahnhof Grindelwald, die Station Grindelwald-Grund und das Strassennetz. Auch aus ökologischen Gründen ist diese Massnahme zu begrüssen. Das Risiko, dass dadurch weniger Leute ins Dorf Grindelwald oder zur Scheidegg-Bahn gelangen, wird allein durch die Komfortsteigerung des Gesamtangebots kompensiert. Eine positive Pressemeinung wird garantiert sein.

Massnahme T1-4:
Bahnübergang Burglauenen. Dass die Fahrzeuge oft 5 oder 6 Minuten warten müssen, obwohl in dieser Zeit kein Zug die Strasse quert, soll geändert werden. Dummerweise stellen viele Autos den Motor nicht ab, weil sie wegen den einfahrenden Zügen denken, die Schranke ginge gleich wieder hoch. Uebertriebene Sicherheit soll nicht den Gast vor den Toren Grindelwalds oder beim Verlassen mit solchen Wartereien verärgert werden. Eine Unterführung der Bahn wäre natürlich die beste Lösung für Bahn, Strasse und Ortsteil.

Massnahme T1-5:
Verbesserte ÖV-Verbindung Wengen - Grindelwald während den Lauberhornrennen. Alle Jahre wieder: Unzählige Besucher aus Grindelwald können es einfach nicht fassen, dass Sie abends mit dem ÖV für die 9 km Luftlinie geschlagene 2 Stunden aufwenden müssen. Warum nicht zwischen 20:00 und 02:00 Uhr eine Sonder-Busverbindung zwischen Lauterbrunnen und Grindelwald einrichten?

Massnahme T1-6: [visionär]
Der Verkehr mitten durchs Dorf ist für die meisten eine echte Plage. Gstaad hat es beeindruckend gezeigt, was passiert, wenn dieser Plage durch einen Tunnel Einhalt geboten wird. Ob die Lösung in einem Tunnel (Portal West Furimatte - Portal Ost Kirche) oder in einer Südumfahrung liegt, wird die Zukunft hoffentlich einmal zeigen. Denkbar wäre auch eine Verlängerung der Bahnstrecke, welche das Dorf wie eine Metro bis zur Firstbahn oder noch weiter unterquert (Beispiel A-Servaus). 

Massnahme T1-7: [visionär]
Der militärische Luftverkehr mit der starken Ausweitung der überaus lauten Kampfjets wird im östlichen Berner Oberland problematisch bleiben. Die Lärmbelästigung ausgerechnet während der ertragreichsten Zeit im Sommer und Herbst trifft spürbar die wichtigste Einnahmequelle der Region. Konklusion: Die Luftwaffe beschützt die ganze Schweiz und soll dazu auch in der ganzen Schweiz üben können. Aufgrund der Notwendigkeit (niedrige Bedrohungslage) soll bei der Beschaffung neuer Flugzeuge der Focus auf Lärmverminderung gesetzt werden. Die über 100 Arbeitsplätze des Flugplatzes Meiringen sind fürs Dorf sehr wichtig. Im Vergleich zur Hotellerie und den Bergbahnen der ganzen Region relativiert sich diese Zahl. Man stelle sich vor, ob der österreichische Nobelkurort Kitzbühel einen solchen militärischen Fluglärm jemals tolerieren täte?   


Copyright by Manfred Braun, Grindelwald