Seit 2008: Die private Plattform von Manfred Braun zur touristischen Entwicklung von Grindelwald und der Jungfrau Region.
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Eiger-Express - Urs Kessler sieht ein dass sein V-Projekt mit dem Eiger-Express nur mit sehr viel Konzessionen eine Chance hat. Der gemeinsame Auftritt soll diese Absicht festigen und dem Projekt eine stärkere Unterstützung aus der Bevölkerung bringen. Artikel in der Jungfrau Zeitung
Zermatt investiert im Rahmen einer gemeinsamen Strategie "2018" in den nächsten 10 Jahren respektable 1.2 Milliarden Franken in seine seine touristische Enwicklung. Dies gab der aus Grindelwald stammende Kurdirektor Daniel Luggen bekannt. In Grindelwald wird auch investiert, nur tut das jeder für sich - ohne Gesamtkonzept.
Bis auf weiteres gute Aussichten fürs Schlechtwetterprogramm! Bis Ende Mai meistens Regenwetter, kühl (FR Schnee bis ins Tal möglich) und kaum sonnige Aufhellungen.
Fazit zur Umfrage "Sommer- oder Jahreskarte Jungfrauregion":
Im
März versandte ich das Ergebnis der Umfrage an alle Bahndirektoren,
Tourismusdirektoren und Gemeindepräsidenten der Jungfrauregion.
Die konkreten Reaktionen waren ein "Facebook-gefälltmir"
von Christoph Egger und die Einladung von JB-CEO Urs Kessler zu einem
einstündigen Gespräch. Für mich ist nun auch klar, dass
bezüglich Entwicklung der Bahninfrastruktur in der Jungfrauregion ausser Urs Kessler kaum jemand anders etwas zu melden hat. Primär sagt die Jungfraubahn wo es
lang geht.
Mein Anliegen war es den
Einheimischen und den Stammgästen einen attraktiveren Zugang zur tollen Bahninfrastruktur zu
ermöglichen, damit diese die vorhandene Infrastruktur besser nützen,
insbesondere auch bei etwas schlechterem Wetter. Wie die Beispiele aus allen anderen Regionen zeigen hätten davon auch Bahn- und
Restaurantbetreiber gleichermassen profitiert. Die
Klimaveränderung führt zwar zu viel Schnee im Winter aber übers ganze Jahr auch zu mehr Schlechtwettertagen. Die PR dagegen
setzt fast ausschliesslich auf schönes Wetter. Bei schlechtem Wetter
sind im Sommer nur die Asiaten unterwegs deren Ablauf vom Programm
bestimmt ist. Die anderen Bergbahnen wie die Männlichenbahnen oder die
Firstbahn werden wie gehabt weiter dahinplätschern und laufend über noch
schlechtere Zahlen jammern.
Bezüglich Saison/Jahresabo meint Urs
Kessler die Einheimischen seien mit dem günstigen Winterabo schon
genung belohnt und die Investitionen für eine lückenlose Erfassung aller
Fahrten - was als Voraussetzung für weitere spezialtarifliche Angebote
gilt - seien im Moment noch zu hoch. Immerhin wird sich die Jungfraubahn
als Pilotstation für die kommende ÖV-Karte anmelden. Zeitraum +/- 2015.
Dann hofft man vereinheitlichte Erfassungsgeräte günstiger einzukaufen
um neue Angebote wie Jahreskarte oder Sommerkarte neu zu lancieren. Für
die Zeit bis dahin habe ich Urs Kessler empfohlen das bestehende
Sommerabo First/Pfingstegg/Grindelwaldbus auf den Geltungsbereich des
letztjährigen Jahresabos auszudehnen und das bei einem Preis von CHF 460
für Auswärtige und CHF 430 für Einheimische. In dieser Kombination
könnten bestimmt viel mehr Abos abgesetzt werden als beim vorangehenden
Angebot. Wie sich zeigt besteht nicht mal dafür Handlungswille.
Was man
nicht vergessen darf: Für Urs Kessler ist sein erstes realistisches Grossvorhaben, das V-Projekt, enorm wichtig.
Die lokale Politik wird entsprechend eingebunden und auf Kurs gebracht.
Anderseits wäre die Jungfrauregion ohne die Jungfraubahn vielleicht noch
schlechter dran als die Regionen Saanenland oder Hasliberg, welche seit
Jahren immer wieder in Geldnot geraten. Der zu beobachtende Ausbau der
Bahninfrastruktur für den Wintersport wäre ohne die JB völlig
illusorisch. Die JB ist sich dieser Rolle bewusst und diktiert
entsprechend die Entwicklung.
Ziemlich enttäuscht bin ich von der
Reaktion der Gemeindepräsidenten und Tourismusdirektoren, die mir zeigt,
"Sorry, kein Interesse an attraktiveren Angeboten für Stammgäste oder
Einheimische oder sorry, uns sind die Hände gebunden, da wir keinen
Einfluss nehmen können.". Man orientiert sich nach wie vor an den alten
Mustern und hat aus der EWAP-Blamage sowie den Folgen der
Zweitwohnungsinitiative noch rein gar nichts gelernt. Gerade die
EWAP-Geschichte in Grindelwald hat vielleicht der Zweitwohnungsinitiative den
entscheidenden Durchbruch gebracht. Umsomehr wäre eine Gegenreaktion um Zweitwohnungsbesitzer zu mehr Präsenz zu bewegen ein wichtiges Zeichen. Aber die Prioritäten sind leider anderweitig gesetzt.
Vielen Dank an all jene, die sich an der Umfrage beteiligt haben - never ever give up!
Das Firstgebiet ist im Vergleich zur V-Projekt-Zone (Kl. Scheidegg/Männlichen) sonniger, hat meistens mehr Schnee, benötigt weniger Kunstschnee und ist schon dadurch ziemlich attraktiv. Warum nützt man diese Vorteile nicht besser?
Es braucht aus meiner Sicht folgende Verbesserungen: Wintersport-Infrastruktur im Firstgebiet: - Kapazitätssteigerung bei der Firstbahn auf der ganzen Länge bis 1'800 P/Std. - Unterirdischer Zugang (Lift) zur Talstation First ab Niveau Hauptstrasse (JB hat im April 2013 die Liegenschaft an der Hauptstrasse gekauft) - 6-er Sesselbahn SandigenBoden-First - beschneite Verbindung Bort-Grindelwald/Bodmi-Grund (in Planung) - grün getönte Wetterschutzhauben für die Sesselbahn Oberjoch - Ersatz der Skilifts Bärgelegg durch 6-er Sesselbahn - Neubau der Halfpipe mit Anpassung des Geländes für geringere Betriebskosten
Das Sommergeschäft könnte im Vergleich zum Winter mit minimalem Aufwand an Attraktivität gewinnen: (und 8 neue Arbeitsplätze schaffen) - Oberjoch-Sessellift für Fussgängertransport konzessionieren (Rampe, nur 4 km/h) - 250 m Tunnel für Wanderer von der Bergstation Oberjoch ins Hiendertellti - Bergbeizli Oberjoch einrichten
- Problem "Jagdbanngebiet" lösen (schauen wie es die Zermatter machen)
Dank des Tunnels beim Oberjoch könnten Wanderer bequem das komplett im Kontrast zur First stehende Karstgebiet Hiendertellti mit seinen malerischen Hexe- und Hagelseewli erreichen. Auch das Blaugletscherli (hei, Grindelwald ist immer noch ein Gletscherdorf!) wäre für weniger geübte Wanderer ein attraktives Ziel. Selbst ein Gipfelerlebnis mit dem einfach zu besteigenden Wildgärst auf 2890 m wäre bei einem halbtägigen Zeitbudget möglich. Der Tunnel könnte bei entsprechender Gestaltung genauso cool wie die trendigen Hängebrücken beworben werden. Eigentlich sollte man solche Geheimnisse nicht verraten. Aber dem Tourismus, der Lebensader Grindelwalds, täte es bestimmt gut.
Als Gleitschirmpilot bin ich Mitglied im renommiertenClub Jungfrau-Tächi, was mir sehr viele neue und wertvolle Kontakte zu einheimischen Piloten ermöglicht. Vielleicht liegt es am Gleitschirmfliegen selber, dass ich diese Kolleginnen und Kollegen als total weltoffene, herzliche und ehrliche Leute erleben darf. Das Vorurteil, diese Bergler seien verschroben und introvertiert, stimmt überhaupt nicht. Genauso wie die Unterländer prüfen auch sie beim ersten Kontakt, mit wem sie es zu tun haben. Wegen dem für viele Unterländer speziell tönenden Dialekt wirkt dies manchmal etwas ungewohnt.
Das wirtschafliche Überleben als Topdestination kann nicht nur durch die Präsenz der stolzen Bergwelt garantiert werden. Der überlegte Umgang mit den Ressourcen soll im Einklang mit den Ansprüchen aller Touristen und aller Einheimischen einhergehen. Dies tönt einfach, ist aber in der Realität ein äusserst schwieriger Prozess. So vielfältig die Ansprüche der Touristen sind, so vielfältig sind die Ideen, diesen und den Einheimischen gerecht zu werden. Nicht alles ist gut und und was gut sein soll, wird in endlosen Kompromissen laufend ausgehandelt.
Oft diskutiere ich mit anderen Einheimischen, in Grindelwald arbeitenden Unterländern, Chaletbesitzern, Mitglieder von Grindelwald-Tourismus, Gewerbetreibenden und Touristen, was am aktuellen Angebot toll und weniger toll ist. In der Folge hat sich ein ganzer Katalog an Bedürfnissen und Ideen ergeben. Viele Themen sind seit Jahren bekannt und werden laufend umgesetzt. Natürlich geht dieser Prozess vielen viel zu langsam, aber es geht nun doch vorwärts, schneller als auch schon wie man in meiner Reportage laufender Bergbahn-Projekte sieht.
Ich möchte diese Plattform nutzen, hier einen Katalog von Massnahmen und Thesen vorzustellen. Selbstverständlich freue ich mich auf viel Feedback und noch mehr auf weitere Ideen, die Grindelwald helfen, sich weiter in Richtung "excellence" zu bewegen. Bewusst beziehe ich dabei den gesamten Mikrokosmos Jungfrau mit ein.
Viele der hier aufgeführten Ideen werden hoffentlich in den nächsten Monaten, Jahren oder zum Beispiel bis 2030 realisiert. Manche Ideen werden nur ungläubiges Kopfschütteln generieren. Vielleicht führen diese Denkansätze zu weiteren, viel tolleren Ideen oder es finden sich hoffentlich viele Leserinnen und Leser, denen die eine oder andere Idee auch schon jahrelang im Kopf herumgeistert. Wenn man "nur" das Wochenende in den Bergen verbringt, hat man unter der Woche einen gewissen Abstand zu dieser grossartigen Bergwelt, was andere Betrachtungen zulässt.
Ein Feedback, neue Ideen oder einfach wer sich dazu äussern möchte, sei herzlich dazu einladen. Nun sind Sie an der Reihe:
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